Fotostory 1: The road not taken

Es geht nach oben, ins Freie. Die Stufen - unberührt, voller Schnee - scheinen verheißungsvoll.

 

Ich könnte, möglichst leise, meine Fährte im samtenen Weiß hinterlassen. Ich könnte, oben angekommen, die unbekannte Aussicht genießen. Ich könnte, zurückblickend, das Tal aus einem neuen Blickwinkel betrachten ("O Captain! My Captain!").

 

Oder: Ich könnte auf den Stufen ausrutschen. Könnte stürzen. Nass werden. Mir womöglich das Genick brechen.

 

Ich hinterlasse also nicht, möglichst leise, meine Fährte im samtenen Weiß. Denn Unvertrautes lässt mich zögern und macht mir Angst. Zumal kein Licht am Ende des Tunnels leuchtet. Lieber laufe ich weiter die ausgetretenen Pfade. Die sind zwar matschig, führen mich aber gewiss zum Domizi(e)l. Hier kann ich in Ruhe darüber nachsinnen, wie es gewesen wäre, sie zu gehen, "the road not taken" (Robert Frost).